Auerwild

Sie sind die größten Hühnervogel Europas und dazu sehr scheu: Auerhähne und Auerhennen. Auch in den Bayerischen Staatsforsten sind sie zu finden. Der natürliche Lebensraum des Auerwilds befindet sich in Bayern in großflächigen Wäldern der Gebirge und Mittelgebirge. Das Auerwild ist perfekt an ein Leben in diesen Nadelmischwäldern angepasst und kommt so gut durch jede Jahreszeit. 
Doch es gibt noch viel mehr zum Auerwild zu erzählen! Lesen Sie nachfolgend einige interessante Details:

Allgemeines
Der aktuelle Bestand des Auerwilds wird in Bayern auf etwa 1.200 bis 1.800 Tiere geschätzt. In freier Wildbahn lebend können die Tiere ein Alter von ca. 12 Jahren erreichen. Dazu müssen sie sich aber vor ihren natürlichen Fressfeinden Fuchs, Marder, Steinadler, Habicht und Uhu in Acht nehmen. Auch das Gelege ist stets in Gefahr: Dachs, Schwarzwild und Rabenvögel haben es auf die Brut abgesehen. Die tagaktiven Raufußhühner – der Name leitet sich durch den „Schneeschuheffekt“ ihrer Zehenstifte im Schnee ab – verbringen im Sommer die meiste Zeit am Boden. Im Winter verlagert sich das Leben jedoch mehr auf die Bäume. Ihre Schlafstätte befindet sich zur Sommerzeit auf sogenannten Schlafbäumen, im Winter hingegen in Schneehöhlen.

1. Aussehen & Merkmale

 

Hahn

Henne

Größe

Ca. 90 cm

Ca. 65 cm

Gewicht

Ca. 6,5 kg

Ca. 1,5 - 2,5 kg

Merkmale

Rote Hautpartie über den Augen (sog. Balzrosen), Schwarzes Schwanzfederrad

rötlich-braunes Tarnkleid

Balzzeit

April bis Mai

Brutzeit

Mai bis Juni

Anzahl der Eier

Ca. 7-11 Eier

2. Ernährung

Eine besondere Rolle für das Auerwild spielt die Heidelbeere zum einen als Versteck für Jungvögel, zum anderen als Nahrungslieferant. Die Küken ernähren sich in den ersten Wochen vor allem von Ameisen und anderen Insekten. Im Frühjahr ist das Auerwild auf der Suche nach austreibenden Knospen, im Sommer frisst es Knospen, Blätter und Blüten. In den kalten Wintermonaten bevorzugt die Nadeln der Kiefer, verzehrt aber auch Knospen sowie Nadeln von anderen Nadelhölzern.

3. Lebensraum & Vorkommen
Das Auerwild bevorzugt lockere bis lichte, großflächige Althölzer mit einem hohen Nadelholzanteil und reicher Beerkrautflora am Boden. Es meidet dichte, junge Bestände als auch reine Laubholzbestände und bevorzugt Gebiete mit großen Ameisenvorkommen. Derzeit steht das Auerwild auf der Roten Liste Bayern und ist vom Aussterben bedroht. Die Hauptursache für den starken Rückgang der Auerwildbestände ist der Verlust von geeignetem Lebensraum. Ein Restvorkommen findet man in Bayern im Alpenraum, im Bayerischen Wald sowie im Fichtelgebirge.

4. Fortpflanzung
Die Auerhähne zeigen ein markantes Balzverhalten mit charakteristischem „Glöckeln“. Dieses beginnt mit der Baumbalz und verlagert sich im Laufe der Balz auf den Boden. Dort lässt sich dann der Arenabalz mehrerer Hähne beobachten. Nach der erfolgreichen Balz und ca. einem Monat (26-28 Tage) Brutzeit schlüpfen sieben  bis elf Küken in einem Bodennest. Die Gemeinschaft der Henne und ihrer Küken nennt man „Gesperre“. Die Küken des Auerwilds sind Nestflüchter und folgen sofort der Henne. Es dauert allerdings nicht lange, ungefähr zwei bis drei Wochen, dann sind die Jungvögel bereits flugfähig.