Initiative „Gamserleben“

Beobachtungspunkt: Warmatsgund, Forstebtrieb: Sonthofen

Der Beobachtungspunkt liegt in unmittelbarer Nähe zur Kühgundhütte im Ski- und Wandergebiet Fellhorn und ermöglicht Einblick in einen typischen Sommerlebensraum der Gams. Auf dem Beobachtungspunkt ist man zu allen vier Seiten von Gamswildlebensraum umgeben.

Der Beobachtungspunkt ist insbesondere gut mit der Fellhornbahn und einem anschließenden, landschaftlich attraktiven ca. 1-stündigen Fußweg von der Fellhornbahn-Bergstation aus bis zur Kühgundhütte zu erreichen. Von dort ist es noch ein kurzer Weg von etwa 2 Minuten zum Beobachtungsplatz. Alternativ können Wanderbegeisterte den Punkt komplett zu Fuß über einen Wanderweg zu erreichen. Der Fußmarsch vom Parkplatz der Fellhornbahn Talstation in Faistenoy aus nimmt etwa 2 Stunden in Anspruch.

Der Weg ist bei beiden Varianten ein normaler Gebirgswandersteig. Er geht über Teer- und Schotterwege, aber auch über Wurzeln und Felsen, festes Schuhwerk wird daher empfohlen.

Am Beobachtungspunkt laden bequeme Holzbänken zum Ausruhen ein. Eine Informationstafel informiert zum Thema Gams und anderen vorkommenden Tierarten. Mit der fest installierten Beobachtungsoptik können Sie Ihr Glück versuchen… Vielleicht entdecken Sie auch den König der Alpen, den Steinbock.

Beste Beobachtungsmöglichkeiten bestehen in der Hauptwandersaison von Mai bis November.

PRESSEINFORMATIONEN

Schwieriger Spagat zwischen Verkehrssicherung und Naturschutz

Methusalems dürfen bleiben

Sonthofen 29.03.2017 – Entlang öffentlicher Straßen ist der Waldbesitzer für die Verkehrssicherung verantwortlich. Trotzdem gilt es auch hier abzuwägen zwischen der Sicherheit für den Straßenverkehr und besonders wertvollen Baumindividuen.

Wer durchs Kürnachtal fährt, entdeckt dort frisch gefällte, selten dicke Stämme, daneben ragen wie gewohnt die prächtigen Riesen in den Himmel. Weil eine Tanne ohne erkennbare Schäden unerwarteter Weise auf die Straße gestürzt war, wurden alle Bäume kontrolliert und es mussten ein paar gefällt werden, weil sie gefährlich für den Straßenverkehr waren. „Wir kontrollieren regelmäßig die Bäume entlang öffentlicher Straßen auf erkennbare Schäden.“ erklärt Forstbetriebsleiter Jann Oetting. „Aber bei dieser Tanne waren wir völlig überrascht, dass sie umstürzte – normalerweise sind Tannen extrem stabile Bäume. Unser Revierleiter Hans Mayr hat schnell reagiert und alle restlichen Bäume in diesem Bereich kontrolliert.“ So mussten ein paar gefällt werden, während die meisten stehen bleiben können. Oetting weiter: „Gerade die alten Tannen sind für uns sehr wichtig: Sie sind ökologisch ein Schatzkästchen und unerlässlich als Samenbäume für die Naturverjüngung! Deshalb wollen wir sie erhalten.“    

Als Methusalem gilt unter Menschen, wer Greisenalter erreicht und sehr weise ist. Auch unter Bäumen gibt es Methusalems. Hoch, dick und meist alt: Bei den Bayerischen Staatsforsten am Forstbetrieb Sonthofen sind das beispielsweise Fichten, die dicker sind als einen Meter und Tannen und Lärchen, die mehr als 80 cm „Brusthöhendurchmesser“ haben – wie Fachleute den Baumdurchmesser auf Brusthöhe nennen. Oft kommen sie nicht vor, diese Riesen unserer Wälder.

„Im Wald der Bayerischen Staatsforsten stehen noch solche Zeugen aus der Vergangenheit – Weißtannen bis über 200 Jahre alt.“ freut sich Förster Hans Mayr, der das Revier Kürnach-Nord bei den Bayerischen Staatsforsten leitet. „Doch hin und wieder schlagen zwei Herzen in meiner Brust: Steht so ein Baum an einem Straßenrand, wird er leicht zur Gefahr für den Verkehr und für das Leben. Dann muss ich die Gefahr beseitigen. Auf dem größten Teil unserer Fläche bleiben diese Bäume aber erhalten. Irgendwann ist es aber dann auch so weit: Baum-Methusalems sind wie wir Menschen, im Alter kommen die Gebrechen! Beim Baum eine uralte unverheilte Wunde, die zu Fäulnis wurde und wo der Specht nach fetten Käferlarven sucht. Gut möglich dann, dass der Baum nur noch ein begrenztes Leben hat, zerfällt und wieder Humus wird. All das dauert ein halbes oder gar ein ganzes Menschenleben“ sinniert Förster Hans Mayr.