Initiative „Gamserleben“

Beobachtungspunkt: Warmatsgund, Forstebtrieb: Sonthofen

Der Beobachtungspunkt liegt in unmittelbarer Nähe zur Kühgundhütte im Ski- und Wandergebiet Fellhorn und ermöglicht Einblick in einen typischen Sommerlebensraum der Gams. Auf dem Beobachtungspunkt ist man zu allen vier Seiten von Gamswildlebensraum umgeben.

Der Beobachtungspunkt ist insbesondere gut mit der Fellhornbahn und einem anschließenden, landschaftlich attraktiven ca. 1-stündigen Fußweg von der Fellhornbahn-Bergstation aus bis zur Kühgundhütte zu erreichen. Von dort ist es noch ein kurzer Weg von etwa 2 Minuten zum Beobachtungsplatz. Alternativ können Wanderbegeisterte den Punkt komplett zu Fuß über einen Wanderweg zu erreichen. Der Fußmarsch vom Parkplatz der Fellhornbahn Talstation in Faistenoy aus nimmt etwa 2 Stunden in Anspruch.

Der Weg ist bei beiden Varianten ein normaler Gebirgswandersteig. Er geht über Teer- und Schotterwege, aber auch über Wurzeln und Felsen, festes Schuhwerk wird daher empfohlen.

Am Beobachtungspunkt laden bequeme Holzbänken zum Ausruhen ein. Eine Informationstafel informiert zum Thema Gams und anderen vorkommenden Tierarten. Mit der fest installierten Beobachtungsoptik können Sie Ihr Glück versuchen… Vielleicht entdecken Sie auch den König der Alpen, den Steinbock.

Beste Beobachtungsmöglichkeiten bestehen in der Hauptwandersaison von Mai bis November.

PRESSEINFORMATIONEN

Sensationsfund: Alpenwollafter-Wiederfund nach über 150 Jahren

Nach 150 Jahren der erste Freilandnachweis im deutschen Alpenraum im Forstbetrieb Sonthofen der Bayerischen Staatforten: Eriogaster arbusculae auf der Lampengaze von Alfred Karle-Fendt (Foto: A. Karle-Fendt).

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Sonthofen, 18. Mai 2021 – Ein Sensationsfund auf Flächen des Forstbetriebs Sonthofen freut Förster und Naturschützer: Nach 150 Jahren gelingt der Wiederfund einer verloren geglaubten Falterart! Alfred Karle-Fendt, ein ausgewiesener Insektenspezialist suchte im Auftrag des Rote-Liste-Zentrums des Umweltbundesamtes in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Naturerlebnis alpin (ZNAlp), dem Naturpark Nagelfluhkette und den Bayerischen Staatsforsten gezielt nach dem Falter. Fachleute kennen ihn auch unter dem Namen Eriogaster arbusculae. „Die gefundenen Falter sind seit 150 Jahren die ersten Freilandnachweise dieser Art im deutschen Alpenraum. Alle historischen Nachweise liefen über Raupengespinste,“ freut sich Alfred Karle-Fendt.

Sonthofens Forstbetriebsleiter Jann Oetting ist sehr stolz auf den Nachweis von Karle-Fendt: „Dass dieser extrem seltene Schmetterling bei uns gefunden wurde, ist ein Zeichen für die hohe Qualität unseres Naturschutzkonzeptes! Wir bewirtschaften unsere Alpen und Weideflächen ganz bewusst sehr extensiv und geben unseren Pächtern und Hirten strenge, maßgeschneiderte Beweidungskonzepte vor. Unsere struktur- und zwergstrauchreichen Alpflächen wollen wir in enger Verzahnung von Wald und Offenland erhalten und durch behutsame Bewirtschaftung fördern. Das führt – wie wir mit diesem Artennachweis sehen können - zu einem sehr hohen Artenreichtum und macht die Allgäuer Landschaft einzigartig!“

Besonders wichtig ist nach Karle-Fendt die alpine Bäumchenweide, die als Raupenfutterpflanze dient. „Zu große Beweidungsintensität oder intensives Schwenden gefährden diese hoch angepassten Falter“, so Karle-Fendt.

Das ZNAlp sucht nach typischen Win-Win-Situationen zwischen Naturschutz, Landbewirtschaftung und Tourismus. Der Leiter Ethelbert Babl: „Wir beraten überwiegend Behörden und Kommunen und sind froh, wenn wir dabei auf überzeugende Konzepte aus dem Staatswald verweisen können. So ein Nachweis ist wie ein kleiner Lottogewinn und bestätigt die Arbeit der Förster und Älpler“. Und Henning Werth, Fachkraft für Naturschutz am ZNAlp ergänzt: „Bei dieser Gelegenheit bedanken wir uns beim Forstbetrieb Sonthofen für die gute Zusammenarbeit bei vielen Projekten! Den Nachweis werte ich als große Auszeichnung für das Gebiet der Bayerischen Staatsforsten und des Naturparks. In Zukunft ist mit weiteren spektakulären Funden zu rechnen, man muss nur mit Spezialisten genauer untersuchen. Mit dem gewonnenen Wissen lassen sich maßgeschneiderte Bewirtschaftungskonzepte entwickeln, von denen v.a. auch die Landnutzer profitieren sollten“, so Werth.

Rolf Eberhardt, Leiter des Naturpark Nagelfluhkette, weiß um die große Artenvielfalt auf der Naturparkfläche: „Wir kennen über 1.700 Schmetterlingarten allein im Bereich der Nagelfluhkette und der Allgäuer Hochalpen. Regelmäßig führen wir Projekte durch, die seltene Schmetterlingsarten fördern. Beispielsweise auch zur Lebensraumpflege des Schwarzen Appollofalters auf Flächen des Forstbetriebs Sonthofens. Das Schöne an den Förstern der Bayerischen Staatsforsten ist, dass sie sowohl Wald, als auch Offenland und alle Zwischenformen im Blick haben!“

Jann Oetting freut sich über das Lob und beschreibt die Lebensraumansprüche des Alpenwollafters: „Die Art besiedelt bevorzugt buschige Alpwiesen, Zwergstrauchmatten und feuchte Hänge. Da können wir am Forstbetrieb einiges vorweisen. Der Fund dieser superseltenen Art zeigt mir, dass nicht nur der Wald, sondern auch die Alpen bei uns Förstern in guten Händen sind! Wir nützen nicht nur Wald und Alpe, sondern schützen beide auch mit allen ihren Bewohnern.“